Neue Behandlungsmöglichkeiten bei Schwindel, Hörsturz und Tinnitus
Kombinationsbehandlung von Schulmedizin und TCM
(Traditionelle Chinesische Medizin)
Öffentliches Patientenseminar am 26. August 2010 im Tagungszentrum (3. Etage)
im Ärztehaus am St. Marien Krankenhaus in Ratingen
Referentin: Frau Dr. Brigitte Prem, HNO Fachärztin, Düsseldorf
Uhrzeit: 17:00 bis 19:00 Uhr, die Teilnahme ist kostenfrei
Die Patientenveranstaltung soll Betroffene über die Zusammenhänge der Erkrankungen aufklären und über neue Behandlungsmöglichkeiten informieren. Im Anschluss besteht ausreichend Zeit für persönliche Fragen.
Schwindel, Hörsturz und Tinnitus haben sich zu den neuen Volksleiden des 21. Jahrhunderts entwickelt und die Tendenz ist leider steigend. Besonders alarmierend ist hier die Tatsache, dass die Betroffenen immer jünger werden. Ein großes Problem ist die ständig zunehmende Geräuschkulisse beispielsweise im Straßenverkehr, auf Tanzveranstaltungen und die heute so übliche Dauerbeschallung mit MP3-Playern. Aber auch eine vermehrte seelische Anspannung in Beruf oder auch Freizeit schlägt vielen Betroffenen auf die Ohren, und sehr oft sind hier Frauen betroffen. In Folge dessen nimmt die Schwerhörigkeit zu, auch Ohrgeräusche und Schwindel treten öfter auf. Doch was kann man dagegen tun?
Inhalt des Vortrags:
Schwindel
Gleichgewichtsprobleme äußern sich vielfältig. Schwindelgefühle zählen zu den Kernsymptomen zahlreicher Störungen und Erkrankungen. Wer unter Schwindel leidet, ist kein Einzelfall. Jeder zehnte Patient beim Hausarzt klagt über Schwindelgefühle. Bei den älteren nehmen Störungen im Gleichgewichtssystem dann noch einmal deutlich zu.
Schwindel ist ein Alarmzeichen des Gehirns, ein Hinweis darauf, dass eine Störung im engeren oder weiteren Bereich des Gleichgewichtssystems vorliegt. Außergewöhnliche, aber an sich harmlose Reize wie etwa eine schnelle Karussellfahrt können das System kurzfristig irritieren, unterschiedliche Krankheiten jedoch seine Funktion auch nachhaltig beeinträchtigen. Dazu gehören Erkrankungen im Innenohr und im Gleichgewichtszentrum im Gehirn ebenso wie Nervenentzündungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Stoffwechselerkrankungen, Halswirbelsäulenprobleme oder psychische Leiden. Auch natürliche Abnutzungserscheinungen im Alter spielen eine Rolle. Die große Palette möglicher Auslöser zeigt, wie sehr das Funktionieren unserer Balance von der Gesundheit anderer Körpersysteme abhängig ist.
Hörsturz
Auch der Hörsturz ist heute weit verbreitet. Wenn sich das Radio anhört, als wäre es in Watte gepackt, oder man das Telefonklingeln nicht mehr hört, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man einen Hörsturz erlitten hat. Meistens tritt dieser Verlust des Hörvermögens einseitig auf und ist auch oft von Ohrgeräuschen und Schwindel oder Druckgefühlen im Ohr begleitet. Wodurch dieser Hörsturz wirklich ausgelöst wird, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht wirklich klar geworden. Die Betroffenen sind aber immer sehr stark seelisch angespannt, dadurch werden die Blutgefäße von den Stresshormonen eng gestellt, und so wird das Innenohr vorübergehend nicht ausreichend durchblutet. Wer nicht nach 24 Stunden einen HNO-Arzt aufsucht geht das Risiko ein, den raschen Behandlungserfolg aufs Spiel zu setzen.
Tinnitus
Es brummt oder klingelt im Ohr, auch ein Piepen tritt oft auf. Wer Glück hat, der hat diese Geräusche nur auf einem Ohr, oft sind aber auch beide Ohren betroffen. Geschätzte acht Millionen Deutsche haben heute mehr oder weniger oft Ohrgeräusche, rund eine Million davon muss sich in ärztliche Behandlung begeben. Zu den Auslösern zählen Lärm, Stress und Gefäßverkalkung, aber auch Probleme mit der Halswirbelsäule können auslösend sein.
Jeder hat es schon einmal gehabt, es piept im Ohr. Das ist auch nicht weiter schlimm, wenn es nicht zu einem Dauerton wird. Dann sollte man umgehend zum Arzt gehen, denn gerade in den ersten drei Monaten sind die Heilungschancen sehr gut. Halten diese Geräusche länger als sechs Monate an, dann gelten sie als chronisch und die Behandlung wird schwierig. Die erste Hilfe sind hier Infusionen mit Kortison oder auch Blut verdünnenden Mitteln. Die Sauerstoffversorgung im Innenohr wird gesteigert, so können sich die Hörzellen wieder erholen. Das Phantomgeräusch Tinnitus ist eine Hörempfindung, die nicht durch ein akustisches Signal ausgelöst wird. So gibt es derzeitig einige neue Behandlungsstrategien, die im Vortrag detailliert vorgestellt werden.
Kombination der Schul- mit der Komplementärmedizin
Auf den ersten Blick erscheint es ja unvereinbar: Die naturwissenschaftlich orientierte westliche Medizin mit ihrem Bestreben, ursächliche Zusammenhänge herzustellen und die Dinge nach Möglichkeit zu messen oder zu wägen, und die jahrtausende alten östlichen Heilkünste, die sich nicht an Krankheitsbildern orientieren, sondern am Bewahren der Gesundheit und die Hauptursache für Krankheit in Disharmonien auf energetischer Ebene sehen.
Immer mehr beginnt sich aber die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Nutzung beider Systeme viele Vorteile bietet: Vor allem für Patienten ist es schließlich kaum erheblich, ob Ost- oder Westmedizin, wenn das Leiden nur verschwindet oder gelindert wird. Nun beginnen auch immer mehr aufgeschlossene Wissenschafter und Ärzte, sich für eine Integration östlichen Heilwissens in den westlichen Medizinkanon zu engagieren.
Eine, die die Kombination von Schul- und Komplementärmedizin in der täglichen Praxis umsetzt, ist die Düsseldorfer HNO Ärztin und Anwenderin der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Dr. Brigitte Prem. "Westmedizin hat vor allem wegen ihrer analytischen Herangehensweise unverzichtbare Vorteile: Labordiagnostik, Notfall- und Intensivmedizin, Bild gebende Verfahren und Chirurgie sind hochentwickelte Möglichkeiten, die ich keinesfalls missen möchte. Andererseits hat die Traditionelle Chinesische Medizin dort enorme Potenziale, wo die Westmedizin versagt oder Schwächen zeigt: zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen, vegetativen Problemen und Befindlichkeitsstörungen. Zudem ist diese Art der Medizin wegen des ganzheitlichen Herangehens und der hochentwickelten Differenzierung wirklich personenbezogen."
Fr. Dr. Prem setzt dann auf die TCM, wenn sie in diesem Bereich deutlich überlegen scheint: „Der chinesischen Medizin liegt ein völlig anderes Denkmodell zugrunde als der Schulmedizin. Hier wird der Mensch mit all seinen Eigenheiten gesehen. Durch ausführliches Erfragen der Krankheitsgeschichte, der Lebensumstände, Ernährung etc. kann zusammen mit Pulsdiagnostik und Störherdsuche das individuelle Ungleichgewicht erkannt werden".
Allerdings kann die chinesische Medizin nur ordnen was gestört ist, an Zerstörtem kann sie nichts ändern. Dort, wo die dringende Notwendigkeit zu einer Operation vorliegt, hören die Möglichkeiten der Traditionellen Chinesischen Medizin auf.